FAQ

Kosten

Jede anwaltliche Tätigkeit fängt mit einer Erstberatung an und eine Erstberatung kostet für Verbraucher maximal 190 € zzgl. MwSt.

Nach der Erstberatung hängen die Gebühren ganz vom Einzelfall ab und es gibt kein allgemeingültiges Berechnungsschema. Die gesetzlichen Gebühren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz haben etwas mit dem Gegenstandswert zu tun, sind aber ansonsten recht kompliziert geregelt und es steht am Anfang eines Falles nie fest, welche Gebühren bis zum Abschluss des Falles entstehen. Erfahrungsgemäß ist es bei uns Anwälten so, wie bei Handwerkern auch: Am Ende ist es dann doch teurer geworden, als man am Anfang dachte.

Nur als grobe Richtschnur: Ein reiner Kündigungsschutzprozess verursacht bei einem Monatsgehalt von 3000 € in der Regel Anwaltskosten in Höhe von rund 2200 €.

Gerade im Handels- und Gesellschaftsrecht ist ein zeitabhängige Honorarvereinbarung üblich. Die Stundensätze liegen zwischen 200 € und 300 €.

Philosophie

Im Internet finden sich häufig Informationen zur „Philosophie“ eines Unternehmens, Dienstleistungsanbieters und manchmal sogar eine „Produktphilosophie“. Eine solche Philosophie gibt es auf diesen Seiten nicht.

Wir werben hier für unsere berufliche Tätigkeit als Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. In diesem Beruf sind wir ausgebildet, fortgebildet und qualifiziert.

Von Philosophie haben wir hingegen ebenso viel Ahnung, wie die meisten anderen auch. Falls uns irgendwann der Drang befällt, unsere philosophischen Betrachtungen der Allgemeinheit zu präsentieren, dann gehört das sicher nicht auf diese Webseite.

Prozesschancen

Machen wir uns nichts vor: In mindestens 80% aller Rechtsstreitigkeiten weiß niemand genau, wie der Prozess ausgeht und in mindestens 40% aller Rechtsstreitigkeiten wäre auch jede Prognose unseriös.

Das hat zwei Gründe:

  1. Recht ist Auslegungssache

  2. Der/die Richter/in war nicht dabei

Recht ist Auslegungssache

Viele Rechtsvorschriften enthalten wertende Begriffe wie etwa „wichtiger Grund“, „dringende Belange“, „unbillig“, „unzumutbar“.

Diese Begriffe haben keine klar definierte Bedeutung und trotzdem müssen Rechtsanwälte und Richter mit diesen Gesetzen arbeiten.

Dem Richter geben solche Formulierungen im Gesetz Freiheit, selbst das Recht zu gestalten, denn er entscheidet, was wichtig, dringend u.s.w ist.

Für Rechtsanwälte bringen solche Vorschriften eine gewisse Unberechenbarkeit in ihre Arbeit – oft zum Leidwesen des Mandanten, der seine Prozessaussichten vom Anwalt gern mit einer eindeutigen Prozentzahl beziffert hätte.

Entschärft wird die Auslegungsfähigkeit des Gesetzes aber dadurch, dass die obersten Bundesgerichte durch ihre Rechtsprechung Vorgaben zur Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe machen, an die sich die meisten Richter der unteren Gerichte auch halten, um die „Rechtssicherheit“ zu fördern. Vertritt der Richter der ersten Instanz abweichende Rechtsmeinungen, wird das Urteil meist im Berufungsverfahren korrigiert.

Die umfangreiche Rechtsprechung zu recherchieren und auszuwerten ist deswegen eine wichtige Aufgabe des Anwalts.

Trotzdem bleiben unbestimmte Rechtsbegriffe gepaart mit richterlicher Unabhängigkeit ein unvermeidbarer Unsicherheitsfaktor.

Der/die Richter/in war nicht dabei

Das Recht bietet Lösungen für bestimmte Sachverhalte, also tatsächliche Umstände. Häufig ist aber der Sachverhalt zwischen den Beteiligten umstritten. War die Ampel rot oder grün? Hat der Arbeitnehmer Überstunden gemacht oder nicht? War die Maschine schon bei der Auslieferung kaputt, oder hat der Käufer sie falsch bedient?

Vor Gericht muss in diesen Fällen zunächst der Sachverhalt herausgearbeitet werden, der dem Urteil zu Grunde gelegt wird. Im Zivilrecht ermittelt das Gericht diesen Sachverhalt aber nicht selbst, sondern die Beteiligten müssen Beweise liefern. Dies ist vielen Mandanten nicht bewusst; sie gehen davon aus, dass das Gericht selbst die Wahrheit erforscht.

Das Gesetz gibt einige Beweisregeln vor. Grundsätzlich muss jeder das beweisen, was für ihn günstig ist. Daneben gibt es in vielen Gesetzen Beweisregeln, die von diesem Grundsatz abweichen und die Beweislast abändern oder sogar umkehren.

Viele Prozesse entscheiden sich an der Beweislastverteilung, weil es z.B. für ein Vier-Augen-Gespräch zwischen den Kontrahenten keine Zeugen gibt oder weil es Zeugen gibt, die etwas anderes aussagen, als erwartet.

Die Beweisregeln führen dazu, dass manchmal ein falscher Sachverhalt dem Urteil zu Grunde liegt und nicht der das Recht bekommt, der objektiv Recht hat.

Darum ist am Anfang eines Rechtsstreit der Ausgang selten präzise vorhersagbar.

Wir bieten keine Wahrsagerei, aber wir haben Einfluss auf den Prozess und stellen alle verfügbaren Weichen in Richtung Ihres Erfolgs.

Klassenkampf

Wir sind keine Klassenkämpfer und keine Ideologen. Wir vertreten Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Geschäftsführer und Gesellschaften und entzweite Gesellschafter. Das Gesetz gilt für alle Beteiligten gleich und die Idee, dass eine Seite immer im Recht sei und die andere immer im Unrecht, wäre naiv. Wir vertreten strikt die Interessen unserer jeweiligen Mandanten - sonst nichts.

Genderneutralität

Die LeserInnen, die diesen FAQ-Text aufrufen, haben mit Sicherheit bemerkt, dass wir auf dieser Seite unsere Texte weitgehend nicht genderneutral formuliert haben. Wir schreiben "Arbeitnehmer und Unternehmer" statt "ArbeitnehmerInnen und UnternehmerInnen".

Bei allen, die sich dadurch diskriminiert fühlen, bitten wir um Nachsicht. Wir haben eine genderneutrale Version unserer Texte ausprobiert, aber sie hat sich als unlesbares stilistische Ungeheuer erwiesen.

Sobald unsere SprachwissenschaftlerInnen eine lesbare Form für genderneutrale Sprache entwickelt haben, sind wir dabei - versprochen. Bis dahin bleiben wir aber bei dem generischen Maskulinum und meinen damit alle denkbaren Geschlechter und wir begrüßen auch alle gleich gern als MandantInnen (w/d/m).